Bauwerksprüfung in der Wasserwechselzone und unter Wasser durch den Einsatz hydroakustischer Verfahren

Oft stehen Teile von Brücken und Stützwänden bestimmungsgemäß in Gewässern. Das umgebende Wasser verwehrt uns Prüfern dann bei einer Bauwerkshauptprüfung den direkten prüfenden Blick auf die im Wasser liegenden Bauteile.

Die DIN 1076 zur Überwachung und Prüfung von Ingenieurbauwerken fordert eine Prüfung der Gründung von Ingenieurbauwerken auf Setzung, Kippung, Unterspülung und Auskolkung in der Wasserwechselzone und im Unterwasserbereich. Dafür sind Messungen und Peilungen des Flussbettes einschließlich des Kolkschutzes vorzunehmen.

Als visuelle Unterwasserinspektion können ausgebildete Berufstaucher mit der entsprechenden Qualifikation als Bauwerksprüfer die Untersuchung übernehmen. Der personelle, organisatorische und zeitliche Aufwand einer Prüfung mit Berufstauchern ist oft erheblich und erhöht deutlich die Gesamtkosten der Bauwerkshauptprüfung.

Wir wissen, dass aus Kostengründen bei der Mehrzahl der Ingenieurbauwerke in Fließgewässern und Seen nur stichprobenartige händische Peilungen mittels Tastsonden oder Fluchtstangen im Unterwasserbereich stattfinden. Eine dokumentierte vollständige bildliche Darstellung der Gründungsituation erfolgt in der Regel nicht.

Die sains Ingenieure GmbH setzt daher für die Prüfung der Gründung von Bauwerken im Unterwasserbereich die Kombination Seitensichtsonar und Fächerecholot ein.

Unsere Sonartechnik erzeugt, während sie am zu untersuchenden Bauwerk entlang geführt wird, bei der Bewegung durchs Wasser akustische Bilder der Gründungssituation am Bauwerk mit klar definierten Bauwerksstrukturen unabhängig von herrschenden Sicht- und Strömungsverhältnissen.

Mit Hilfe unserer hydroakustischen Verfahren können wir auftretende standsicherheitsrelevante Schäden wie Unterspülungen, Auskolkungen oder Verformungen sicher erkennen und erfassen.

Für unsere hydroakustische Untersuchung gilt:

  • Die Untersuchung mit hydroakustischen Verfahren erfolgt vor der Hauptprüfung nach DIN 1076
  • Die Erkundung wird von einem zertifizierten Bauwerksprüfer vor Ort durchgeführt und in Echtzeit beurteilt
  • Die Position der Schallwandler am Bauwerk wird kontinuierlich erfasst
  • Erfolgt durch uns vor der Hauptprüfung eine Aufnahme der Oberfläche mittels eines geeigneten hydroakustischen Verfahren, kann die handnahe Prüfung von ungeschädigten und geringfügig geschädigten Bereichen der Oberfläche entfallen.
  • Als ungeschädigte und geringfügig geschädigte Bereiche gelten Oberflächen, bei denen keinerlei Schäden oder Mängel oder lediglich Schäden oder Mängel mit den Einzelbewertungen S, V, D < 2 entsprechend der RI-EBW-PRÜF gestellt wurden
  • Ist im Anschluss an eine Erkundung der Oberfläche eine Reduzierung des handnahen Prüfaufwandes vorgesehen, so ist die Aussagesicherheit der hydroakustischen Aufnahmen jeweils am zu prüfenden Bauwerk stichprobenartig zu kontrollieren.
  • Werden bei der Besichtigung der ungeschädigten und geringfügig geschädigten Bereiche unklare Schadenssituationen vorgefunden, so ist der Prüfumfang für diese Bauwerksbereiche auf eine handnahe Prüfung im Sinne einer Hauptprüfung auszudehnen
2019-04-09T11:55:03+00:00 Januar, 2019|